Prof. Dr. Ingo Autenrieth ist Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie. Nach dem Medizinstudium in Ulm und Dundee als Arzt und Wissenschaftler an den Universitäten Ulm und Würzburg sowie als Gastwissenschaftler am Schweizerischen Institut für Experimentelle Krebsforschung (ISREC) und von 1996-2000 als Professor am Max von Pettenkofer-Institut an der Universität München tätig. Seit 2000 leitet er als Ärztlicher Direktor das Institut für Mikrobiologie und Hygiene am Universitätsklinikum Tübingen. Am Institut von Ingo Autenrieth werden Krankheitsprozesse bakterieller Infektionen aufgeklärt und die infektionsmedizinische Labordiagnostik für Patienten des Universitätsklinikums durchgeführt. Weitere Schwerpunkte sind die Erforschung der Darmmikrobiota und des Darmassoziierten Immunsystems, die Resistenz von Infektionserregern gegen Antibiotika sowie die Entwicklung neuer diagnostischer Methoden. Autenrieth und seine Mitarbeiter haben mehrere hundert Artikel in international renommierten Zeitschriften veröffentlicht.

Autenrieth leitet des Deutsche Zentrum für Infektionsforschung am Standort Tübingen und ist federführend in zahlreichen Forschungsverbünden, u.a. im Schwerpunktprogramm der Deutschen Forschungsgemeinschaft zum Thema „Mikrobiota des Darmes“ und nationalen und internationalen wissenschaftlichen und medizinischen Beratungsgremien tätig. Seit 2006 ist er Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen und Mitglied des Vorstands des Universitätsklinikum Tübingen.

Prof. Dr. Daniel Huson ist Mathematiker und Bioinformatiker. Nach Promotion und Habilitation in Mathematik an der Universität Bielefeld war er zwei Jahre lang Post-Doc an der Princeton University. Danach arbeitete er von 1999 bis 2002 als Senior Staff Scientist bei Celera Genomics Corp. in Rockville (Maryland, USA) und war an der Entschlüsselung des menschlichen Genoms beteiligt. Seit 2002 ist er Professor für Algorithmen der Bioinformatik an der Universität Tübingen.

Sein Forschungsschwerpunkt ist die Entwicklung von Software und Algorithmen in den Bereichen Evolution, Genomik und Metagenomik. Er ist Autor von MEGAN, dem meistbenutzten interaktiven Programm zur Mikrobiomanalyse. Sein Team gewann 2013 den mit einer Million Dollar dotierten DTRA Algorithms Challenge “Identify Organisms from a Stream of DNA”.

Prof. Dr. Detlef Weigel ist ein deutsch-amerikanischer Biologe. Nach der Promotion am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie und einem Postdoc-Aufenthalt am Caltech war Weigel von 1993 bis 2002 Professor am Salk Institut in La Jolla. Seit 2002 leitet er als Direktor die Abteilung für Molekularbiologie am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen. Weigel und seine Mitarbeiter haben wesentliche Beiträge zum Verständnis der genetischen und genomischen Variation, insbesondere bei Pflanzen, geleistet. Sie sind weltweit führend in der Genomforschung und in der Entwicklung neuer genetischer und genomischer Methoden und Ressourcen. Die drei angesehensten Zeitschriften der Lebenswissenschaften, Science, Nature und Cell, haben über 40 Artikel von Weigel veröffentlicht. Er ist der zurzeit am meisten zitierte Entwicklungs- und Evolutionsbiologe im deutschsprachigen Raum und der am meisten zitierte Pflanzenbiologie Europas.

Weigel ist in zahlreichen wissenschaftlichen Beiräten tätig und sitzt gegenwärtig dem Rat der European Molecular Biology Organization vor. Weigels Arbeiten sind vielfach ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Er ist gewähltes Mitglied der US National Academy of Sciences, der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina sowie Auswärtiges Mitglied der Royal Society.