Das Reizdarmsyndrom ist eine Darmerkrankung, von der in westlichen Ländern ca. 10-20% der Bevölkerung betroffen sind. Die Ursache des Reizdarmsyndroms ist teilweise unklar und Gegenstand der aktuellen Forschung.  Unter anderem wird eine veränderte Zusammensetzung der Darmbakterien (Darmflora) mit der Krankheit in Verbindung gebracht. Zur Behandlung werden verschiedene Medikamente eingesetzt, welche oft Nebenwirkungen entwickeln können. Ein weiterer generell akzeptierter Therapieansatz sind Probiotika, die nebenwirkungsarm sind.  Eine kürzlich veröffentlichte Metaanalyse, die Ergebnisse aus 21 verschiedenen randomisierten und kontrollierten Studien untersuchte, zeigt, dass eine geringe Dosis von Probiotika wirksamer ist als eine Hohe. Auch eine kurze Anwendungsdauer (unter 8 Wochen) wirkt sich demnach positiv auf den Krankheitsverlauf aus. Zusätzlich gibt es Hinweise, dass es besser ist nur mit einer Art von Probiotikum zu behandeln als mit einer Kombination aus verschiedenen Probiotika.

Die Studien belegen, dass Probiotika eine wirksame Therapie für das Reizdarmsyndrom sein können. Zukünftige Studien mit einer größeren Teilnehmeranzahl sind nötig zur systematischen Untersuchung der Auswirkungen von Probiotika, um ihre optimale Zusammensetzung, Dosis und Anwendungsdauer zu finden.

Quelle:

Zhang Y, Li L, Guo C, et al. Effects of probiotic type, dose and treatment duration on irritable bowel syndrome diagnosed by Rome III criteria: a meta-analysis. BMC Gastroenterol. 2016; 16(1):62. doi:10.1186/s12876-016-0470-z.